{"id":1370,"date":"2021-02-26T17:43:04","date_gmt":"2021-02-26T16:43:04","guid":{"rendered":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/de\/allgemein\/2021-02-26\/hotellerie-branche-in-noten\/"},"modified":"2021-02-26T17:43:04","modified_gmt":"2021-02-26T16:43:04","slug":"hotellerie-branche-in-noten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/ib\/2021-02-26\/hotellerie-branche-in-noten\/","title":{"rendered":"Hotellerie: Branche in N\u00f6ten"},"content":{"rendered":"<p><span><span>Die Schweizer Beherbergungsbranche leidet unter den Folgen der Covid-<\/span><\/span><span><span>19-Pandemie \u2013 und zwar derart massiv, dass bei Schweiz Tourismus, der nationalen Tourismus-Marketingorganisation, 2020 als \u00abJahr des Schreckens\u00bb bezeichnet wird. Tats\u00e4chlich hat ein Grossteil der Hotels in der Schweiz im \u00abCoronajahr\u00bb einen historischen Einbruch<\/span><\/span><span><span> erlitten; insgesamt rechnet die Beherbergungsbranche f\u00fcr 2020 mit<\/span><\/span><span><span> Umsatzeinbussen von bis zu 3,4 Milliarden CHF.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>40 Prozent weniger \u00dcbernachtungen<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Gem\u00e4ss Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS ) hat die Schweizer Hotellerie im Coronajahr 2020 nur 23,7 Millionen Logiern\u00e4chte verzeichnet \u2013 das sind um 40 Prozent weniger \u00dcbernachtungen als im Vorjahr. So tief seien die Werte zuletzt Ende der 1950er Jahre gewesen,<\/span><\/span><span><span> stellen die BFS-Researcher fest. Vor allem ausl\u00e4ndische G\u00e4ste blieben fern: Die Zahlen gingen um 14,3 Millionen oder zwei Drittel (66,1%) auf 7,3 Millionen Logiern\u00e4chte zur\u00fcck.<\/span><\/span><span><span> Bei den Schweizer G\u00e4sten fiel der Ru<span>\u0308<\/span>ckgang deutlich geringer aus: Insgesamt 16,4 Millionen Logiern\u00e4chte entsprechen einem Minus von 8,6 Prozent \u2013 oder einem R\u00fcckgang um 1,5 Millionen Logiern\u00e4chten.<\/span><\/span><span><span> Zu dem gem\u00e4ssigten R\u00fcckgang f\u00fchrte eine starke inl\u00e4ndische Nachfrage von Juli bis Oktober \u2013 in allen vier Monaten wurden laut BFS bei den Logiern\u00e4chten von Schweizer G\u00e4sten Rekordwerte verbucht. Doch durch die zweite Coronawelle rutschten auch diese Zahlen im November und Dezember wieder in den Keller.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Stadthotellerie unter Druck<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Insbesondere bei den Stadthotels, deren \u00dcbernachtungs- und Umsatzzahlen vor allem von St\u00e4dtereisenden sowie vom Gesch\u00e4fts- und Kongresstourismus abh\u00e4ngig sind, hinterliess die Corona-Pandemie<\/span><\/span><span><span> deutliche Spuren. Zum einen kam der St\u00e4dtetourismus \u00fcber Monate hinweg fast zum Erliegen, zum anderen blieben auch Businessg\u00e4ste fern, weil viele Kongresse, Messen und Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt werden mussten. So konnten unter anderem Grossveranstaltungen wie die Eishockey- Weltmeisterschaft in Lausanne<\/span><\/span><span><span> und Z\u00fcrich, zu der Tausende Zuschauer aus aller Welt erwartet wurden, nicht stattfinden; in Genf fiel im vergangenen Jahr die Uhrenmesse<\/span><\/span><span><span> der Pandemie zum Opfer, ebenso der Autosalon, um<\/span><\/span><span><span> nur einige Beispiele zu nennen.<\/span><\/span><span><span> Der internationale Reiseverkehr kam phasenweise fast zum Erliegen. So verzeichneten auch die beiden Flugh\u00e4fen in Genf und Z\u00fcrich 2020 einen historischen Verkehrseinbruch. Auch w\u00e4hrend der \u00fcblicherweise starken Sommermonate wurden die Vorjahreszahlen nicht ann\u00e4hernd erreicht. Der Flughafen Genf verzeichnete 69 Prozent weniger Passagiere<\/span><\/span><span><span> als im Vorjahr, in Z<span>\u00fc<\/span>rich wurden 74 Prozent weniger Flugpassagiere gez\u00e4hlt als 2019.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Grosse Einbussen f\u00fcr Hotels in Z\u00fcrich und Genf<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Wenig erstaunlich, dass die Hotelbetriebe in Z\u00fcrich und Genf massive Umsatzr\u00fcckg\u00e4nge verzeichneten. Gem\u00e4ss einer aktuellen Studie von JLL Schweiz (das Immobilienberatungsunternehmen berichtet quartalsweise \u00fcber die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Hotellerie) reduzierte sich die Auslastung der Hotels in Genf im vergangenen Jahr um 67 Prozent gegen\u00fcber 2019, in Z\u00fcrich um 63 Prozent. In der Limmatmetropole konnte sich die durchschnittlich erzielte Tagesrate<\/span><\/span><span><span> bei den Zimmerpreisen \u2013 im Fachjargon ADR (Average Daily Rate) \u2013 im<\/span><\/span><span><span> Vergleich zur Auslastung einigermassen stabil halten; JLL beziffert den R\u00fcckgang auf vier Prozent gegen\u00fcber 2019; in Genf war ein R\u00fcckgang um zw\u00f6lf Prozent bei der ADR zu verzeichnen.<\/span><\/span><span><span> Diese Effekte hatten deutliche Einbussen beim Erl\u00f6s pro verf\u00fcgbarem Zimmer zur Folge, dem RevPAR (Revenue per available room). In Genf lag der RevPAR gem\u00e4ss der JLL-Studie um 71 Prozent unter dem Vorjahresniveau und in Z\u00fcrich um 64 Prozent.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Internationaler Vergleich<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Im Vergleich zu den Schweizer St\u00e4dten sei die Hotellerie in anderen L\u00e4ndern teilweise weniger stark von den Folgen der Covid-19-Pandemie betroffen, stellen die JLL-Researcher fest. Beispielsweise habe China nach dem Einbruch im ersten Quartal 2020 eine anhaltende Erholung der Auslastungszahlen im weiteren Jahresverlauf verzeichnen k\u00f6nnen. \u00abDas Reich der Mitte profitiert dabei von einem grossen Inlandreisemarkt\u00bb, sagt Daniel Stocker, Leiter Research bei JLL Schweiz. \u00abIn Europa d\u00fcmpeln die Zimmerbelegungen hingegen auf tiefem Niveau, die Situation bleibt angespannt.\u00bb Zwar seien die Hotelbelegungen im vergangenen Sommer zwischenzeitlich auf \u00fcber 40 Prozent gestiegen, doch die zuletzt versch\u00e4rften Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Pandemie in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern h\u00e4tten die dortigen Belegungszahlen abermals<\/span><\/span><span><span> einbrechen lassen \u2013 auf Auslastungsquoten von unter 20 Prozent.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Keine Notverk\u00e4ufe<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Aufgrund des Einbruch bei den \u00dcbernachtungs- und Umsatzzahlen sahen sich einige Hotels gezwungen,<\/span><\/span><span><span> den Betrieb vor\u00fcbergehend einzustellen, manche auch f\u00fcr immer. So haben 2020 allein in Z\u00fcrich unter anderem die Hotels Ascot, Atlantis by Giardino, Coronado, Gl\u00e4rnischhof, Fly Away, Jakob Rapperswil, Sunnehus und das Swiss\u00f4tel Oerlikon ihren Betrieb aufgegeben, mehr als ein Dutzend wurden vor\u00fcbergehend geschlossen.<\/span><\/span><span><span> Ungeachtet der derzeit sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage ist das Investoreninteresse an Schweizer Hotels nach wie vor vorhanden. Laut JLL-Research-Chef Stocker gibt es Kaufinteressenten \u2013 und zwar sowohl f\u00fcr etablierte Hotels als auch f\u00fcr \u00abschwierigere\u00bb Situationen, f\u00fcr Letztere eher aus dem privaten Bereich oder auch von Family Offices mit ausl\u00e4ndischem Hintergrund.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Mittelfristig Aussicht auf Erholung<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>\u00abHinsichtlich Investoreninteresse und Anzahl Geboten ist die Situation aber nicht zu vergleichen mit den Wohn\u00fcberbauungen oder B\u00fcroimmobilien in Innenst\u00e4dten\u00bb, sagt Stocker. JLL stelle vermehrt Transaktionen fest im Hotelsegment, doch zu sogenannten Firesales sei es bisher kaum gekommen.<\/span><\/span><span><span> Auch w\u00fcrde nicht jedes Projekt \u00abon hold\u00bb gestellt, wie man erwarten k\u00f6nnte. \u00abEs wurde beispielsweise bekannt gegeben, dass in Kloten das erste Zleep Hotel in der Schweiz gebaut wird\u00bb, sagt der JLL-Experte und verweist darauf, dass auch im Coronajahr neue Hotels plangem\u00e4ss an den Start gingen, beispielsweise das Moxy in Bern oder das CitizenM in Genf. \u00abAuch wurde in den letzten Monaten bekannt, dass Projekte in Disentis, Arosa oder Schaffhausen vorangetrieben wurden\u00bb, erkl\u00e4rt Stocker. \u00abDas heisst, viele Projektentwickler und Investoren glauben mittelfristig an eine Erholung.\u00bb<\/span><\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span><span>Die Schweizer Hotellerie hat wie kaum eine andere Branche<\/span><\/span><span><span> unter den Folgen der Covid-19-Pandemie zu leiden. \u00dcbernachtungs- und Umsatzzahlen gingen 2020 massiv zur\u00fcck. 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