{"id":1167,"date":"2021-01-14T11:54:30","date_gmt":"2021-01-14T10:54:30","guid":{"rendered":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/de\/allgemein\/2021-01-14\/buromarkt-schweiz-widerstandsfahiger-markt\/"},"modified":"2021-01-14T11:54:30","modified_gmt":"2021-01-14T10:54:30","slug":"buromarkt-schweiz-widerstandsfahiger-markt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/ib\/2021-01-14\/buromarkt-schweiz-widerstandsfahiger-markt\/","title":{"rendered":"B\u00fcromarkt Schweiz: &#8222;Widerstandsf\u00e4higer Markt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><span><span>Die ersten beiden Monate des vergangenen Jahres verliefen erfreulich. Mit dem Lockdown im M\u00e4rz erfolgte ein abrupter Einbruch der Nachfrage nach Officefl\u00e4chen. Diese habe sich seither zwar etwas erholen k\u00f6nnen, doch sei sie insgesamt im Jahr 2020 deutlich geringer ausgefallen als in den Vorjahren, stellen die Researcher von JLL fest. Dies hat zu einer Ausweitung des Fl\u00e4chenangebots an den Schweizer B\u00fcrom\u00e4rkten gef\u00fchrt: Gem\u00e4ss der Studie von JLL Schweiz hat sich das Angebot an verf\u00fcgbaren Fl\u00e4chen im Jahr 2020 in den f\u00fcnf gr\u00f6ssten Schweizer B\u00fcrom\u00e4rkten um 45.700 auf 810.600 qm erh\u00f6ht. Die Angebotsquote stieg dadurch von 4,1 auf 4,3 Prozent (Zum Vergleich: die Leerwohnungsquote der Schweiz liegt gem\u00e4ss JLL aktuell bei 1,7%).<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Steigende Leerstandsquote erwartet<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Die gemessenen Leerstandzunahmen seien nicht das Resultat von Fl\u00e4chenreduktionen wegen Homeoffice, sondern in erster Linie eine Folge der Angebotsausdehnung in den letzten beiden Jahren und des rezessionsbedingten Einbruchs der Nachfrage, betonen die JLL-Researcher Erstaunlich stark sei in allen gr\u00f6sseren Schweizer St\u00e4dten die Nachfrage nach modernen B\u00fcros an Zentrumslagen geblieben. Die \u00fcblicherweise eher volatilen Spitzenmieten h\u00e4tten ihre Niveaus deshalb trotz Rezession in Z\u00fcrich, Basel und Lausanne halten k\u00f6nnen; in Genf, Bern und Zug seien sogar leicht h\u00f6here Topmieten verlangt worden. In der Breite blieben die Angebotsmieten gem\u00e4ss der JLL-Studie ebenso stabil. In Teilm\u00e4rkten mit \u00fcberdurchschnittlichen Leerst\u00e4nden \u2013 wie beispielsweise in den Flughafenregionen Genf und Z\u00fcrich \u2013 erlaubt es die Verhandlungsposition, dass Mieter von Eigent\u00fcmern bei Vertragsabschl\u00fcssen meist erfolgreich Zugest\u00e4ndnisse einfordern k\u00f6nnen.<\/span><\/span><span><span> In den kommenden drei Jahren werden in den f\u00fcnf gr\u00f6ssten M\u00e4rkten weitere 820.000 qm B\u00fcrofl\u00e4chen fertiggestellt. 54 Prozent davon sind noch nicht vermietet. Aufgrund des Wirtschaftseinbruchs im vergangenen Jahr werden viele Unternehmen ihre Expansionspl\u00e4ne vorerst z\u00f6gerlich angehen. JLL geht deshalb davon aus, dass die Leerst\u00e4nde im Jahr 2021 weiter ansteigen werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Angebot in CBDs von Z\u00fcrich und Genf knapp<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Erstmals seit 2017 haben die Leerst\u00e4nde im Z\u00fcrcher B\u00fcromarkt wieder zugenommen. Die Angebotsquote erh\u00f6hte sich seit Ende 2019 von 4,0 auf 4,4 Prozent. W\u00e4hrend der Markt im Stadtgebiet ausgeglichen ist und grunds\u00e4tzlich von einer guten Nachfrage nach zentralen B\u00fcros profitiert, stehen in Opfikon \/ Glattbrugg \u00fcber ein Drittel der Fl\u00e4chen leer. Im Kreis 1 sowie in Z\u00fcrich West sind verf\u00fcgbare B\u00fcros bei Angebotsquoten von 1,5 bzw. 2,2 Prozent nach wie vor knapp.<\/span><\/span><span><span> Auf dem Genfer B\u00fcromarkt werden B\u00fcrofl\u00e4chen im CBD ebenfalls knapper, die Angebotsquote sank von 4,7 auf 3,1 Prozent. Das Angebot von verf\u00fcgbaren Bu<span>\u0308<\/span>ros reduzierte sich in der gesamten Region um knapp 48.000 qm und betr\u00e4gt neu 234.000 qm, was 5,8 Prozent des Bestandes entspricht. Die gr\u00f6ssten Abnahmen waren in Plan-les-Ouates messbar. Die R\u00fcckg\u00e4nge zeigen, dass der Genfer B\u00fcromarkt trotz Konjunktureinbruch kaum an Dynamik eingeb\u00fcsst hat. Entsprechend wurde bei den Spitzenmieten ein Anstieg von 820 auf 850 CHF\/qm\/Jahr netto registriert.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Markt in Lausannes CBD &#8222;ausgetrocknet&#8220;<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>In Basel erh\u00f6hte sich das Angebot um \u00fcber 70.000 qm auf 131.300 qm, die Angebotsquote stieg von 2,6 auf 5,7 Prozent. In Kleinbasel hat sich der Leerstand gegen\u00fcber dem Vorjahr mehr als vervierfacht. Dies auch deshalb, weil fast 30.000 qm B\u00fcrofl\u00e4che als Zwischennutzungen angeboten werden, viele davon im Klybeck Areal. Bis Ende 2023 werden in der Stadt Basel weitere 172.000 qm Fl\u00e4chen fertiggestellt. Die Angebotsquote d\u00fcrfte sich deshalb auf dem h\u00f6heren Niveau einpendeln.<\/span><\/span><span><span> Im B\u00fcromarkt Lausanne sank die bereits tiefe Angebotsquote von 2,9 Prozent weiter und betr\u00e4gt nun per Ende 2020 noch 2,2 Prozent. Auf Stadtgebiet und insbesondere im CBD ist der Markt laut der JLL-Studie &#8222;ausgetrocknet&#8220;. Aus Mietersicht erfreulicher pr\u00e4sentiere sich die Situation in Lausanne West \/ Crissier mit einer Angebotsquote von 7,0 Prozent. Immerhin sorgten dieses Jahr sowie 2023 einige Fertigstellungen f\u00fcr eine gewisse Entspannung, wenn auch vorwiegend ausserhalb des CBD.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Knapps Angebot in Bern und Zug <\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Das Angebot an verf\u00fcgbaren B\u00fcrofl\u00e4chen in Bern bleibt mit 55.700 qm auf tiefem Niveau, die Angebotsquote reduzierte sich leicht von 2,0 auf 1,9 Prozent. Insbesondere B\u00fcros mit 2.000 qm Fl\u00e4che oder mehr sind rar. Kurzfristig bleibt die Situation angespannt, ab 2023 l\u00f6sen verschiedene Neubauprojekte einen neuen Wachstumsschub aus. Dank verschiedenen Vermietungen reduzierte sich die B\u00fcro-Angebotsquote in der Region Zug von 6,1 auf 5,6 Prozent. In der Stadt Zug wird das B\u00fcroangebot mit einer Quote von 2,1 Prozent bereits wieder knapp und die Spitzenmieten haben leicht angezogen. Trotz g\u00fcnstigerer Angebote an dezentralen Standorten sind Unternehmen nach wie vor bereit, f\u00fcr eine hohe Lagequalit\u00e4t die verlangten Preise zu bezahlen.<\/span><\/span><span><span> Ein markanter Entwicklungsschub steht dem B\u00fcromarkt Luzern bevor. Voraussichtlich im Jahr 2025 werden neben dem Pharmakonzern MSD die HSLU, die Kantonsverwaltung sowie auch das Sozialversicherungszentrum WAS in neue Geb\u00e4ude ziehen. Dadurch wird es zu Verschiebungen in der Gr\u00f6ssenordnung von rund 80.000 qm. Das entspricht ungef\u00e4hr der doppelten Menge wie dem gegenw\u00e4rtig verf\u00fcgbaren Angebot an B\u00fcrofl\u00e4chen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Spitzenrenditen bleiben unter Druck<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Der Schweizer Immobilientransaktionsmarkt hat im vergangenen Krisenjahr eindr\u00fccklich gezeigt, dass er insgesamt \u00fcberaus best\u00e4ndig ist und sich in unsicheren Zeiten behaupten kann. Einschr\u00e4nkungen aufgrund von COVID-19 f\u00fchrten zwar zu Verz\u00f6gerungen bei Transaktionen, die Mehrheit der Investoren hielt aber nicht nur an ihren Akquisitionszielen fest, sondern auch an der Zahlungsbereitschaft. Core-Liegenschaften mit B\u00fcro- und Wohnnutzungen haben bei Schweizer Anlegern nichts an Attraktivit\u00e4t eingeb\u00fcsst. Die kurze Schockstarre im zweiten Quartal war schnell \u00fcberwunden und die Renditen kn\u00fcpfen dort an, wo sie zu Beginn der Pandemie aufgeh\u00f6rt haben. Die Spitzenrenditen f\u00fcr B\u00fcroliegenschaften blieben in Genf bei 2,7 Prozent, in Z\u00fcrich reduzierten sich diese um 20 Basispunkte von 2,1 auf 1,9 Prozent. <\/span><\/span>Der Renditespread von erstklassigen Bu\u0308roimmobilien zu 10-j\u00e4hrigen Bundesobligationen betr\u00e4gt gem\u00e4ss der JLL-Studie immer noch mindestens 240 Basispunkte. War das Potenzial f\u00fcr steigende Zinsen bereits vor der Pandemie bescheiden, f\u00fchrten die Ereignisse in den letzten Monaten fu\u0308hren dazu, dass eine wachsende Mehrheit von Marktakteuren von l\u00e4nger andauernden Negativzinsen ausgehe, so die JLL-Autoren. Diese Erwartungshaltung werde dazu fu\u0308hren, dass die Beliebtheit von Immobilienanlagen mit soliden Mietertr\u00e4gen eher noch zunimmt und der Renditedruck im Core-Bereich anh\u00e4lt \u2013 zumal zahlreiche institutionelle und private Investoren nach attraktiven Anlagem\u00f6glichkeiten suchten und sich die Nachfrage wie oft in Krisenzeiten vermehrt auf das Core-Segment in Begleitung von lang laufenden Mietvertr\u00e4gen mit Mietern der \u00f6ffentlichen Hand oder von krisenresistenten Branchen fokussiere.<span><span> &#8222;Die Schweizer Fl\u00e4chen- und Investitionsm\u00e4rkte bewiesen selbst in Zeiten mit hoher Unsicherheit einmal mehr ihre Stabilit\u00e4t und Widerstandsf\u00e4higkeit&#8220;, sagt Jan Eckert, CEO Schweiz und Head Capital Markets Germany, Austria, Switzerland bei JLL. &#8222;Der Wirtschaftseinbruch hat zwar Spuren hinterlassen. Gerade im internationalen Vergleich haben sich die Schweizer Immobilienanlagen jedoch \u00fcberdurchschnittlich best\u00e4ndig gezeigt und sind ihrem Ruf als sicheren Hafen gerecht geworden.&#8220;<\/span><\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span><span>Das Angebot an B\u00fcrofl\u00e4chen hat im Coronajahr 2020 zugenommen. Die Leerstandzunahmen sind indes nicht das Resultat von Fl\u00e4chenreduktionen wegen dem w\u00e4hrend der Krise salonf\u00e4hig gewordenen Homeoffice, sondern in erster Linie eine Folge der Angebotsausdehnung in den letzten beiden Jahren und des rezessionsbedingten Einbruchs der Nachfrage, wie aus der Mitte Januar ver\u00f6ffentlichten neuen B\u00fcromarktstudie von JLL Schweiz hervorgeht. <\/span><\/span><\/p>","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[66],"class_list":["post-1167","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ib","tag-studie-buromarkt"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1167"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1167\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}