{"id":1050,"date":"2020-12-11T09:53:50","date_gmt":"2020-12-11T08:53:50","guid":{"rendered":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/de\/allgemein\/2020-12-11\/buroflachenmarkt-schweiz-covid-19-bringt-veranderungen\/"},"modified":"2020-12-11T09:53:50","modified_gmt":"2020-12-11T08:53:50","slug":"buroflachenmarkt-schweiz-covid-19-bringt-veranderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/ib\/2020-12-11\/buroflachenmarkt-schweiz-covid-19-bringt-veranderungen\/","title":{"rendered":"B\u00fcrofl\u00e4chenmarkt Schweiz: COVID-19 bringt Ver\u00e4nderungen"},"content":{"rendered":"<p><span><span>Obwohl die Coronakrise den B\u00fcrofl\u00e4chenmarkt nicht in einer Phase einer starken Fl\u00e4chenausweitung treffe \u2013\u00a0die Produktion neuer B\u00fcrofl\u00e4chen bewege sich leicht unter dem langfristigen Mittel \u2013 d\u00fcrfte die krisenbedingt schwache Nachfrage zu einem weiteren Anstieg des zuletzt auf hohem Niveau verharrenden Fl\u00e4chenangebots f\u00fchren, schreiben die Autoren der aktuellen Credit-Suisse-Studie zum B\u00fcrofl\u00e4chenmarkt Schweiz 2020 und verweisen darauf, dass nicht zuletzt der vermehrte R\u00fcckgriff auf das Homeoffice den k\u00fcnftigen Fl\u00e4chenbedarf vor allem bei grossen Dienstleistungsfirmen senke. <\/span><\/span><span><span>F\u00fcr das aktuelle und das kommende Jahr erwarten die CS-\u00d6konomen aufgrund der Coronakrise eine Abnahme der B\u00fcrofl\u00e4chennachfrage um rund 700.000 qm. Da die Pandemie das Homeoffice salonf\u00e4hig gemacht habe, sei damit zu rechnen, dass das Arbeiten von zu Hause aus in Zukunft einen fixen Anteil am Arbeitspensum vieler Besch\u00e4ftigter einnehmen werde. Die meisten Unternehmen warteten daher ab mit Neuanmietungen und pr\u00fcften, wie sich der Durchbruch von Homeoffices auf deren B\u00fcrofl\u00e4chenbedarf auswirken wird. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Nach Einsch\u00e4tzung der CS-\u00d6konomen d\u00fcrften Mischformen von Homeoffice und B\u00fcropr\u00e4senz die B\u00fcrofl\u00e4chennachfrage in den n\u00e4chsten zehn Jahren um rund 15 Prozent senken. Viele Unternehmen w\u00fcrden jedoch mittelfristig am B\u00fcro als zentralen Ort der Arbeitsausf\u00fchrung festhalten, da auf l\u00e4ngere Frist bei Homeoffice mit Produktivit\u00e4tseinbussen und sinkender Innovationskraft der Unternehmen zu rechnen sei. Andere Treiber wie Wirtschaftswachstum, Digitalisierung und Tertiarisierung der Industrie w\u00fcrden dagegen die Nachfrage erh\u00f6hen, sodass langfristig eine stagnierende Fl\u00e4chennachfrage resultieren d\u00fcrfte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>\u00abPoints of Interest\u00bb (POIs) generieren Nachfrage<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>In der Welt nach Covid-19 werden die Unternehmen vor der Herausforderung stehen, ihre Mitarbeiter wieder ins B\u00fcro zu locken. Eine nicht zu untersch\u00e4tzende Rolle spiele dabei ein attraktiver Standort, der sich nicht nur durch eine gute Erreichbarkeit, sondern auch eine hohe Umgebungsqualit\u00e4t mit grossem Dienstleistungsangebot auszeichnet. Analysen der CS-\u00d6konomen zeigen, dass B\u00fcroimmobilien an Standorten mit wenigen Anziehungspunkten (sogenannten POIs \u2013 Points of Interest) \u00fcberproportional oft ausgeschrieben werden, da sie weniger nachgefragt werden. B\u00fcroimmobilien an Lagen mit einer hohen POI-Dichte dagegen generierten eine gr\u00f6ssere Nachfrage, w\u00fcrden vergleichsweise z\u00fcgig vermietet und erzielten h\u00f6here Mieten. Gem\u00e4ss ihren Regressionsmodellen erh\u00f6hten sich die Mieten von B\u00fcroimmobilien signifikant bei folgenden Faktoren: einer k\u00fcrzeren Distanz zum Bahnhof und einer h\u00f6heren Anzahl an POIs. Wichtiger als eine bloss hohe Zahl von POIs sei dabei deren Vielfalt, so die CS-Researcher. Die Mieter bevorzugten aber nicht nur zentrale Fl\u00e4chen mit vielen POIs, sondern auch moderne Fl\u00e4chen. So lasse sich ebenfalls eine Rotation aus \u00e4lteren Geb\u00e4uden in Neubauten beobachten, wie z.B. beim Grossprojekt The Circle.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Wachsendes Zentrum-Peripherie-Gef\u00e4lle<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Die krisenbedingt schwache Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen d\u00fcrfte in naher Zukunft zu einem Anstieg des B\u00fcrofl\u00e4chenangebots und \u2013 wegen der Pr\u00e4ferenz f\u00fcr zentrale Lagen \u2013 zu einer gr\u00f6sseren Kluft zwischen Innenst\u00e4dten und R\u00e4ndern der Grosszentren in Bezug auf Fl\u00e4chenangebote, Leerst\u00e4nde und Preise f\u00fchren. Bekanntermassen verzeichneten die inneren und teilweise auch mittleren B\u00fcrom\u00e4rkte in den letzten zwei Jahren eine gute Fl\u00e4chenabsorption und weisen \u00fcberschaubare Angebotsquoten aus, wohingegen die \u00e4usseren B\u00fcrom\u00e4rkte mit einem \u00dcberangebot k\u00e4mpfen. Damit zerschlagen sich auch die Hoffnungen auf eine substanzielle Reduktion der angebotenen Fl\u00e4chen im Zuge der h\u00f6heren Nachfrage der letzten zwei bis drei Jahre. Trotz guter Fl\u00e4chenabsorption in den letzten Jahren verharrtdie Summe aller angebotenen B\u00fcrofl\u00e4chen gem\u00e4ss der CS-Studie\u00a0 auf dem hohen Vorjahresniveau, was schweizweit einer Angebotsquote von 5,5 Prozent entspricht. Das anhaltende Tiefzinsumfeld, welches niedrige Finanzierungskosten und beschr\u00e4nkte Investitionsalternativen zur Folge hat, schaffe zudem einen starken Investitionsanreiz f\u00fcr Neubauprojekte. Auch wenn in den letzten zwei Jahren etwas weniger B\u00fcrofl\u00e4chen bewilligt worden sei als im langfristigen Durchschnitt, d\u00fcrfte die k\u00fcnftige Fl\u00e4chenausweitung im Vergleich zur erwarteten Absorptionsf\u00e4higkeit des Marktes zu hoch ausfallen, so die CS-Researcher.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Grosses \u00dcberangebot in Genf<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Die Angebotssituation unterscheidet sich relativ stark unter den einzelnen Grosszentren, wie die Detailanalyse der \u00d6konomen der Credit Suisse zu den f\u00fcnf gr\u00f6ssten B\u00fcrofl\u00e4chenm\u00e4rkten der Schweiz zeigt. Vor allem Genf sticht immer noch mit einer hohen Angebotsquote von 11,5 Prozent hervor. Die Nachfrage in der Calvinstadt gilt als zu wenig dynamisch, um das von vielen Entwicklungsprojekten verst\u00e4rkte \u00dcberangebot zum Verschwinden zu bringen. Die zweith\u00f6chste Angebotsquote der Grosszentren weist gem\u00e4ss der CS-Studie Lausanne auf (7,9%), wobei das Angebot dank einer robusten Nachfrage gegen\u00fcber dem letzten Jahr gesunken ist. In Basel (7,7%) werden aktuell viele Fl\u00e4chen freigesetzt, was die Angebotsquote steigen l\u00e4sst. In Z\u00fcrich (7,0%) und Bern (5,7%), sind die Fl\u00e4chenangebote knapp, vor allem in den Innenst\u00e4dten, w\u00e4hrend an den R\u00e4ndern dieser B\u00fcrom\u00e4rkte aber ebenfalls viele Fl\u00e4chen auf Mieter warten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span><strong>Mietpreise kommen wieder unter Druck<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Die Leerst\u00e4nde notieren auf einem \u00e4hnlichen Niveau wie 2019. Die leerstehenden Fl\u00e4chen sind gem\u00e4ss der CS-Studie im letzten Jahr insbesondere in der Stadt Z\u00fcrich (\u201323%) und im Kanton Waadt (\u201319%) gesunken. Zudem entwickelte sich der Kanton Basel-Landschaft mit einem R\u00fcckgang von 19 Prozent besser als Basel-Stadt mit einem Plus von 24 Prozent. Deutliche Anstiege der B\u00fcroleerst\u00e4nde verbuchten auch der Kanton Neuenburg (+74%) und die Stadt Bern (+78%) ausgehend von tiefen Niveaus. Die in den meisten B\u00fcrom\u00e4rkten mehr oder weniger synchron erfolgten Mietpreisanstiege seit 2018\/2019 um zwischen 4 und 11 Prozent sind mittlerweile infolge von COVID-19 ins Stocken geraten. Sie d\u00fcrften in einen sinkenden Trend \u00fcbergehen, denn bei der aktuell schwachen Nachfrage f\u00fchrt eine Baut\u00e4tigkeit ungef\u00e4hr auf dem Niveau des langfristigen Durchschnitts unweigerlich zu noch gr\u00f6sseren \u00dcberkapazit\u00e4ten, steigenden Leerst\u00e4nden und Druck auf die Mieten. <\/span><\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span><span>Mit dem durch die Covid-19-Pandemie respektive den Massnahmen zu ihrer Eind\u00e4mmung verursachten Konjunktureinbruch stehen die Zeichen bei vielen Unternehmen nicht mehr auf Wachstum. Die Entwicklung schl\u00e4gt auch auf den B\u00fcrofl\u00e4chenmarkt durch: F\u00fcr 2020 und 2021 rechnen die \u00d6konomen der Credit Suisse mit einer Abnahme der Nachfrage um rund 700.000 qm. <\/span><\/span><\/p>\n<p>\n\u00a0<\/p>","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[66],"class_list":["post-1050","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ib","tag-studie-buromarkt"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1050","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1050"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1050\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1050"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1050"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/develop.immobilienbusiness.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1050"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}